Die Erhaltung der Schmierstoffintegrität ist entscheidend für die Lebensdauer von Anlagen. Ein hochwertiger Schmierstoff und eine passende Wartung verhindern die Trennung von Bestandteilen und sichern die Funktionalität.

7 präventive Strategien gegen statisches Ausbluten

Ein Schmierfett besteht aus drei Bestandteilen: dem synthetischen oder mineralischen Grundöl mit einem Anteil von 70 bis 95 %, Verdickern mit 5 bis 30 % sowie Additiven. Diese Additive verleihen dem Fett seine spezifischen Eigenschaften und sind immer im Grundöl gelöst.

Wenn Schmierstoffe ruhen, also nicht in Bewegung oder unter Belastung sind, können sich ihre flüssigen Bestandteile vom Verdicker oder von anderen Bestandteilen trennen. Faktoren wie Temperatur, Verdickertyp und Viskosität des Grundöls beeinflussen diese Trennung. Dieses Phänomen wird als statisches Ausbluten bezeichnet und tritt häufig während der Lagerung oder bei längeren Maschinenstillständen auf.

Wenn Schmierstoffe „ausbluten“, verlieren sie einen Teil des Grundöls. Da das Grundöl die Additive enthält, verliert der Schmierstoff damit auch einen wichtigen Teil seiner Eigenschaften und kann seine vorgesehene Funktion nicht mehr zuverlässig erfüllen.

Das Ausbluten wird als Prozentsatz des Öls gemessen, das sich vom gesamten Schmierfett trennt. Für die meisten Anwendungen ist eine Ausblutungsrate von 1 bis 5 % akzeptabel. Liegt sie jedoch über 10 %, kann dies auf Stabilitätsprobleme des Schmierstoffs hinweisen. Die Folgen können erheblich sein: erhöhter Verschleiß, Überhitzung, höhere Wartungskosten und eine kürzere Lebensdauer der Anlagen.

Um diese Probleme zu vermeiden, ist es wichtig, hochwertige Schmierstoffe einzusetzen, das richtige Produkt für die jeweiligen Betriebsbedingungen auszuwählen und bewährte Wartungspraktiken einzuhalten.

Strategien zur Minimierung von statischem Ausbluten bei der Schmierung

1. Den richtigen Schmierstoff auswählen

Wählen Sie einen Schmierstoff, der speziell dafür entwickelt wurde, Phasentrennung zu verhindern. Manche Schmierstoffe enthalten Additive, die die Produktstabilität verbessern und statisches Ausbluten reduzieren.

Antioxidantien, Entschäumer oder Stabilisatoren sind besonders bei kritischen Anwendungen vorteilhaft, bei denen der Schmierstoff hohen Anforderungen ausgesetzt ist.

2. Qualität des Verdickers prüfen

Schmierstoffe, insbesondere Schmierfette, enthalten Verdicker, um ihre Konsistenz zu erhalten. Minderwertige oder ungeeignete Verdicker erhöhen die Wahrscheinlichkeit von statischem Ausbluten.

Der Einsatz von Fetten mit stabilen Verdickersystemen, etwa auf Basis von Lithiumkomplex oder Calciumkomplex, sorgt für eine bessere Beständigkeit gegen Ölabscheidung.

3. Lagerbedingungen optimieren

Falsche Lagerung kann statisches Ausbluten begünstigen. Extreme Temperaturen beschleunigen die Trennung des Öls vom Verdicker.

Daher sollten Schmierstoffe kühl, trocken und ohne starke Temperaturschwankungen gelagert werden.

4. Verunreinigungen vermeiden

Verunreinigungen durch Wasser, Staub oder andere Partikel können die Stabilität des Schmierstoffs beeinträchtigen und das Risiko von Ausbluten erhöhen.

Stellen Sie sicher, dass Schmierstellen und Anlagen sauber sind, bevor ein Schmierstoff aufgetragen wird.

5. Betriebsbedingungen der Maschine kontrollieren

Temperatur, Druck und mechanische Belastungen können die Stabilität des Schmierstoffs beeinflussen.

Diese Faktoren sollten regelmäßig überwacht werden. Weichen die tatsächlichen Betriebsbedingungen von den erwarteten Bedingungen ab, sollte auch die Schmierstoffauswahl entsprechend angepasst werden.

6. Schmierstoffe regelmäßig ersetzen

Schmierstoffe bauen sich im Laufe der Zeit ab. Dadurch steigt das Risiko von statischem Ausbluten.

Ein Wartungsplan mit regelmäßigem Schmierstoffwechsel ist daher besonders bei kritischen Anlagen wichtig, um Problemen vorzubeugen.

7. Schmierstoffe regelmäßig prüfen

Die laufende Analyse gebrauchter Schmierstoffe hilft, deren Qualität zu beurteilen und mögliche Phasentrennung frühzeitig zu erkennen.

Zeigt ein Schmierstoff Anzeichen von Alterung oder Instabilität, können rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden.

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Welche Schmierstoffe eignen sich am besten, um statisches Ausbluten zu minimieren?

Um statisches Ausbluten zu minimieren, ist die Auswahl hochwertiger Schmierstoffe mit bestimmten Eigenschaften entscheidend. Diese Schmierstoffe sollen eine Phasentrennung verhindern und das Austreten flüssiger Bestandteile im Ruhezustand reduzieren.

Zu den wirksamsten Schmierstoffen gegen statisches Ausbluten gehören:

Schmierfette mit hochstabilen Verdickern

  • Lithiumbasierte Fette: Diese weit verbreiteten und stabilen Schmierfette bieten eine gute Beständigkeit gegen Ölabscheidung, insbesondere bei normalen Temperatur- und Druckbedingungen.
  • Lithiumkomplex-Fette: Lithiumkomplex-Fette sind eine Weiterentwicklung herkömmlicher Lithiumfette. Sie bieten eine bessere thermische Stabilität und höhere Beständigkeit gegen Ölabscheidung. Dadurch eignen sie sich besonders für anspruchsvollere Betriebsbedingungen.
  • Calciumkomplex-Fette: Calciumkomplex-Fette sind sehr beständig gegen statisches Ausbluten und halten das Öl auch bei höheren Temperaturen zuverlässig im Fett. Zusätzlich bieten sie eine ausgezeichnete Wasserbeständigkeit und eignen sich daher gut für feuchte Umgebungen.

Schmierstoffe mit Verschleißschutzadditiven und Stabilisatoren

  • Schmierstoffe mit Antioxidantien: Diese Additive helfen, den Abbau des Schmierstoffs zu verhindern. Dadurch tragen sie zur langfristigen Stabilität bei und reduzieren das Risiko von statischem Ausbluten.
  • Additive zur Verdickung und Stabilisierung: Manche Schmierstoffe enthalten spezielle Additive, die die Ölstabilität erhöhen und eine Phasentrennung verhindern. So bleibt die Struktur des Schmierstoffs auch bei längerer Lagerung homogen.

Synthetische Schmierstoffe

  • Synthetische Fette und Öle: Schmierstoffe auf Basis von Polyolestern, POE, oder Polyalphaolefinen, PAO, bieten im Vergleich zu mineralischen Schmierstoffen eine höhere thermische und chemische Stabilität. Sie widerstehen Oxidation und Abbau besser, wodurch das Risiko von statischem Ausbluten sinkt.

    Für extreme Temperaturen oder kritische Anlagen sind synthetische Mischungen, die auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind, besonders empfehlenswert.

Hochviskose Schmierstoffe

  • Schmierstoffe mit hoher Viskosität: Viskosere Schmierstoffe sind in der Regel stabiler und weniger anfällig für Phasentrennung. In geeigneten Anwendungen kann ein Schmierstoff mit höherer Viskosität dazu beitragen, statisches Ausbluten wirksam zu vermeiden.

Polymerbasierte Fette

  • Fette mit Polymerverdickern:  Polymere, die in bestimmten Schmierfetten als Verdicker eingesetzt werden, verbessern die Fähigkeit des Fetts, Öl zu halten und Ausbluten zu verhindern. Diese Fette sind auch bei hohen Belastungen oder wechselnden Temperaturen sehr stabil.

Wasserbeständige Fette

  • Fette auf Calcium- oder Aluminiumseifenbasis: Diese Schmierfette sind besonders in feuchten Umgebungen wirksam. Sie bieten eine hohe Beständigkeit gegen Wasser und Ölabscheidung und reduzieren dadurch das Risiko von statischem Ausbluten.

 

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Fazit

Die Minimierung von statischem Ausbluten bei der Schmierung erfordert eine Kombination aus bewährten Vorgehensweisen bei Schmierstoffauswahl, Lagerung, Anwendung und Wartung.

Durch geeignete Maßnahmen bei der Auswahl des richtigen Schmierstoffs und dessen Lagerung sowie Einsatz unter optimalen Bedingungen lässt sich das Risiko dieses Phänomens deutlich reduzieren. Dadurch kann auch die Lebensdauer von Maschinen und Anlagen verlängert werden.

Entscheidend ist die Auswahl von Produkten, die langfristige Stabilität bieten und so formuliert sind, dass sie den spezifischen Betriebs- und Umgebungsbedingungen Ihrer Anlagen standhalten.

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