Overhead conveyor belt chain pig slaughterhouse

Fallstudien

Ketten

Mit Einsatzbedingungen von Kälte bis zu hohen Temperaturen innerhalb derselben Produktionslinie.

Food-Grade-Kettenschmierung für 45 Förderanlagen – von Kühlbereichen bis zu Heißwasseranwendungen

Fallübersicht

Ein großer belgischer Schweineverarbeitungsbetrieb betreibt 45 Überkopf-Förderanlagen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Dadurch sind Schmierstrategien erforderlich, die exakt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind.

  • Betriebsbedingungen: Kühlbereiche mit dokumentierten 0 °C und 100 % Luftfeuchtigkeit, Wasser mit 60–65 °C und Dampfeinwirkung, chlorhaltige Reinigungsprozesse sowie stark verunreinigte Produktionsbereiche.
  • Herausforderung bei der Schmierung: Unterschiedliche Ketten benötigen unterschiedliche Schmierstoffeigenschaften, Applikationsmethoden und Schmierintervalle.
  • Vorgehensweise: Food Lube G150 wird an mehreren Kettensystemen eingesetzt, während Food Lube AL bei ausgewählten automatischen sowie temperaturbelasteten Förderanwendungen verwendet wird.
  • Technische Erkenntnis: Die NSF H1-Klassifizierung allein reicht für die Schmierstoffauswahl nicht aus. Auch Temperatur, Feuchtigkeit, Verschmutzung, Reinigungsregime, Viskosität und Applikationsmethode bestimmen die Eignung des Schmierstoffs und die Zuverlässigkeit der Kette.

Ausgangssituation

Die Food-Grade-Kettenschmierung wird deutlich komplexer, wenn sich die Betriebsbedingungen von Förderanlage zu Förderanlage unterscheiden.

In diesem belgischen Schweineverarbeitungsbetrieb sind 45 Überkopf-Förderanlagen in den Bereichen Schlachtung, Transport, Kühlung und Reinigung im Einsatz. Einige Förderbereiche arbeiten bei dokumentierten 0 °C und 100 % Luftfeuchtigkeit, während andere Ketten Wasser mit 60–65 °C, Dampf, chlorhaltigem Wasser, Verschmutzung oder intensiven Reinigungsprozessen ausgesetzt sind.

Da die Fördersysteme eine lineare Produktionsabfolge bilden, wirkt sich ein ungeplanter Stillstand einer einzelnen Kette unmittelbar auf die nachfolgenden Linien aus. Umso wichtiger ist es, an jeder Schmierstelle die richtige Lösung einzusetzen.

Eine Kette im Brühbereich ist beispielsweise Wasser mit dokumentierten 60–65 °C und kontinuierlicher Dampfeinwirkung ausgesetzt. Sie muss wöchentlich manuell geschmiert werden. Pro Schmierdurchgang werden für den gesamten Kettenumlauf rund drei Liter Schmierstoff benötigt.

Ketten in der Schnellkühlung und im Zuführbereich zu Kühlräumen sind völlig anderen Bedingungen ausgesetzt. Diese Anwendungen befinden sich in Bereichen mit dokumentierten 0 °C und 100 % Luftfeuchtigkeit, wo Feuchtigkeit und Kondensation den Korrosionsschutz besonders wichtig machen.

Andere Kettensysteme sind Wassernebel, chlorhaltigem Wasser oder starker Verschmutzung ausgesetzt.

Für das Instandhaltungsteam bedeutet das: Die NSF H1-Klassifizierung ist lediglich der Ausgangspunkt. Bei der Auswahl des Schmierstoffs müssen auch die tatsächlichen Betriebsbedingungen berücksichtigt werden – darunter Temperatur, Feuchtigkeit, Verunreinigung, Reinigungsregime und Applikationsmethode an jeder einzelnen Schmierstelle.

Der Schmieransatz

Über mehrere Jahre hinweg hat Interflon gemeinsam mit dem Betrieb daran gearbeitet, das Schmierstoffsortiment zu rationalisieren und Schmierstoffe sowie Applikationsmethoden besser auf die jeweiligen Betriebsbedingungen abzustimmen.

Interflon Food Lube G150 wird in mehreren Fördersystemen eingesetzt, unter anderem bei Überkopftransporten, Kühl-, Inspektions- und Reinigungsanwendungen.

Andere Anwendungen erfordern einen anderen Ansatz. Interflon Food Lube AL wird an ausgewählten Punkten mit automatischer Schmierung eingesetzt und ist auch für temperaturbelastete Förderanwendungen vorgesehen, einschließlich des Abflamm- und Kühlbereichs.

Bei diesem anwendungsspezifischen Ansatz werden unter anderem folgende Faktoren bewertet:

  • Betriebsumgebung und relevante Temperaturen
  • Einwirkung von Wasser, Dampf und Reinigungschemikalien
  • Verschmutzung
  • Eindringverhalten des Schmierstoffs
  • Tropfrisiko
  • Schmierhäufigkeit
  • manuelle oder automatische Applikation
  • erforderliche Food-Safety-Klassifizierung

Auch die Viskosität des Schmierstoffs spielt eine wichtige Rolle. An einer Förderanlage wurde testweise ein Food-Grade-Schmierstoff eines Drittanbieters auf PAO-150-Basis eingesetzt, jedoch wieder entfernt, da er zu stark tropfte. Anschließend wurde Food Lube G150 wieder eingesetzt.

Obwohl beide Produkte nominell derselben Viskositätsklasse ISO VG 150 entsprechen, bestimmt die Viskosität allein nicht, wie sich ein Schmierstoff in der Anwendung verhält. Auch Formulierung, Filmbildung und Haftung an der Metalloberfläche sind entscheidend.

Food Lube G150 enthält die MicPol®-Technologie von Interflon. Dabei kommen mikronisierte und polarisierte Schmierstoffkomponenten zum Einsatz, die sich an der Metalloberfläche anlagern und einen dünnen, langlebigen Schmierfilm bilden.

In dieser Anwendung zeigte Food Lube G150 eine bessere Filmhaftung, während die Alternative eines Drittanbieters diese Eigenschaft nicht in gleichem Maß aufwies.

Das zeigt, warum Food-Grade-Klassifizierung und Viskositätsklasse allein nicht ausreichen, um die Eignung eines Schmierstoffs zu beurteilen. Der Schmierstoff muss auch unter den tatsächlichen Temperatur-, Feuchtigkeits-, Verschmutzungs- und Applikationsbedingungen der Förderanlage zuverlässig funktionieren.

Auch die Applikationsmethode ist Teil der Strategie. Im Werk ist an zwei Kettensystemen eine automatische Schmierung in Betrieb. Eine automatische Schmierung kann insbesondere dort sinnvoll sein, wo eine gleichmäßige Schmierstoffzufuhr erforderlich ist oder der manuelle Zugang hohen Arbeitsaufwand verursacht.

Sie ersetzt jedoch nicht die richtige Auswahl von Schmierstoff, Menge und Intervall. Bei korrekter Auslegung kann sie jedoch eine gleichmäßigere Schmierstoffversorgung gewährleisten.

Chain on pig processing plant overhead conveyor

Betriebliche Ergebnisse

Der gewählte Ansatz hat im gesamten Werk zu einer stärker anwendungsspezifischen und kontrollierten Schmierstrategie geführt.

Mehrere betriebliche Ergebnisse sind direkt dokumentiert:

  • Food Lube G150 wurde wieder eingesetzt, nachdem ein alternatives PAO-150-Schmiermittel zu starkem Tropfen geführt hatte.
  • An zwei Kettensystemen im Werk ist eine automatische Ölschmierung in Betrieb.
  • Die Auswahl der Schmierstoffe erfolgt abhängig von unterschiedlichen Kombinationen aus Temperatur, Feuchtigkeit, Verschmutzung und Applikationsmethode.
  • Produkte, die bei Audits aus Sicht der Lebensmittelsicherheit als ungeeignet eingestuft wurden, wurden durch geeignete H1-Produkte ersetzt.

Auch die Schmierstrategie wird angepasst, wenn sich die Betriebsbedingungen verändern.

Nachdem in einem Schnellkühlbereich ein Wassernebelsystem eingeführt worden war, wurde Korrosion an Komponenten der Förderanlage festgestellt. Derzeit wird ein automatisches Schmiersystem geprüft, um unter diesen veränderten Bedingungen eine bessere Schmierstoffversorgung sicherzustellen.

Das verdeutlicht einen wichtigen Punkt: Die Optimierung der Schmierung ist kein einmaliger Produktwechsel. Änderungen bei Reinigungsprozessen, Anlagen oder Betriebsbedingungen können dazu führen, dass sich die Anforderungen an eine Schmierstelle verändern.

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Lebensmittelsicherheit und Compliance

Die Schmierung im Werk unterliegt außerdem den BRC- bzw. BRCGS-Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit.

Auch die täglichen veterinärmedizinischen Hygienekontrollen im Werk berücksichtigen Schmierstoffleckagen als mögliches Kontaminationsrisiko. Damit kommt zu den regelmäßigen BRC-Audits eine zusätzliche laufende Kontrolle hinzu.

Bei Audits wurden an Schmierstellen im Produktionsbereich Produkte festgestellt, die nicht der H1-Klassifizierung entsprachen. Diese wurden durch geeignete H1-Alternativen ersetzt, darunter Interflon Food Grease MP2 an Umlenkrollen der Schlachtförderanlage sowie Interflon Food Grease HD an offenen Antriebsstationen.

Für Kettenanwendungen ist Food Lube G150 NSF H1-registriert, nach ISO 21469 zertifiziert und nach NSF 537 als PFAS-frei zertifiziert.

Diese Klassifizierungen und Zertifizierungen sind wichtig, bilden jedoch nur einen Teil der Entscheidungsgrundlage für die Auswahl des richtigen Schmierstoffs.

Ein H1-Schmierstoff muss auch technisch für die mechanischen und umgebungsbedingten Anforderungen der jeweiligen Anwendung geeignet sein.

Technische Erkenntnis

Dieses Werk zeigt, warum die Food-Grade-Kettenschmierung als technische Entscheidung betrachtet werden sollte – und nicht lediglich als Einkaufskategorie.

Die Auswirkungen sind unmittelbar spürbar. Bei einer linear aufgebauten Produktionslinie bleibt ein ungeplanter Stillstand nicht auf einen einzelnen Bereich beschränkt, sondern unterbricht auch die nachfolgenden Linien.

Und wenn ein Schmierstoff bei einem Audit als nicht konform eingestuft wird, handelt es sich nicht nur um ein Dokumentationsthema. Es ist ein Compliance-Befund, der Auswirkungen auf Zertifizierungen haben kann.

Die Schmierung als technische Aufgabe und nicht nur als Beschaffungsthema zu betrachten, hilft dabei, beide Risiken unter Kontrolle zu halten.

Bei den 45 Überkopf-Fördersystemen reichen die Betriebsbedingungen von kalten, vollständig feuchten Umgebungen bis zu Anwendungen mit heißem Wasser, Dampf, intensiver Reinigung und Verschmutzung.

Daher gibt es keine einzelne Spezifikation, die den besten Schmierstoff für jede Kette definiert.

Eine wirksame Schmierstoffauswahl beginnt damit, die jeweilige Kette, ihre tatsächlichen Betriebsbedingungen und das zu lösende Schmierungsproblem zu verstehen.

Statt zu fragen:

„Welchen Food-Grade-Schmierstoff sollen wir verwenden?“

ist die sinnvollere Frage:

„Was benötigt diese Kette unter ihren tatsächlichen Betriebsbedingungen von ihrem Schmierstoff?“

Das bildet die Grundlage für die Auswahl des richtigen Schmierstoffs, der passenden Applikationsmethode und des geeigneten Schmierintervalls.

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Häufig gestellte Fragen

Ein Food-Grade-Schmierstoff kann nicht zwangsläufig für alle Förderketten eingesetzt werden. Förderketten in der Lebensmittelindustrie können unter sehr unterschiedlichen Belastungen, Temperaturen, Feuchtigkeitsbedingungen, Reinigungsprozessen und Verschmutzungsgraden arbeiten. Der Schmierstoff muss daher nicht nur die erforderliche Food-Safety-Klassifizierung erfüllen, sondern auch technisch für die jeweilige Anwendung geeignet sein.

Reinigungsprozesse mit Wasser können die Kettenschmierung beeinträchtigen, indem sie die Haftung des Schmierstoffs und den Korrosionsschutz reduzieren. Wasser, Dampf und Reinigungsprozesse können verändern, wie gut der Schmierstoff an der Schmierstelle verbleibt. Anwendungen, die häufigen Reinigungsprozessen ausgesetzt sind, benötigen daher Schmierstoffe und Schmierintervalle, die auf diese Bedingungen abgestimmt sind.

BRC und BRCGS bezeichnen dieselbe Zertifizierung im Bereich Lebensmittelsicherheit. BRC (British Retail Consortium) war die ursprüngliche Bezeichnung des Standards, der 1998 entwickelt wurde. Nach der Übernahme durch die LGC Group wurde der Standard 2019 in BRCGS (Brand Reputation through Compliance Global Standards) umbenannt. Beide Begriffe werden in der Lebensmittelindustrie weiterhin häufig synonym verwendet.

NSF H1 allein reicht nicht aus, um einen geeigneten Food-Grade-Kettenschmierstoff auszuwählen. NSF H1 bestätigt, dass ein Schmierstoff für Anwendungen geeignet ist, bei denen ein gelegentlicher Lebensmittelkontakt auftreten kann. Die Klassifizierung sagt jedoch nichts darüber aus, ob der Schmierstoff für eine bestimmte Kette die passende Viskosität, das richtige Temperaturverhalten, die erforderliche Wasserbeständigkeit oder geeignete Applikationseigenschaften besitzt.

Eine automatische Kettenschmierung sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn eine gleichmäßige Schmierstoffzufuhr erforderlich ist, Schmierstellen schwer zugänglich sind oder die manuelle Schmierung einen hohen Wartungsaufwand verursacht. Schmierstoff, Schmiermenge und Schmierintervall müssen dennoch korrekt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden.

Für die Auswahl eines geeigneten Food-Grade-Kettenschmierstoffs sind Informationen über die Kette und ihre tatsächlichen Betriebsbedingungen erforderlich. Wichtige Faktoren sind unter anderem Kettentyp, Betriebsumgebung, relevante Temperaturen, Geschwindigkeit und Belastung, Kontakt mit Wasser oder Reinigungschemikalien, Verschmutzung, Schmiermethode, erforderliches Schmierintervall sowie die geltenden Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit.

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