Schmierintervall siebenfach verlängert, Schmierstoffverbrauch um fast 90 % reduziert
Euro-Mit Staal in Vlissingen stellte übermäßigen Verschleiß am Aufwickler einer Längsteilanlage fest und suchte nach einer dauerhaften Lösung. Die Ursache lag im Schmiersystem. Dieser Artikel zeigt, wie der Einsatz von Interflon Grease LS2 mit MicPol®-Technologie das Wartungsintervall um das Siebenfache verlängerte.
Dennie Minderhoud
Planner Technische Dienst, Euro-Mit Staal B.V.
„In weniger als 18 Monaten hat Interflon die Schmierungsinstandhaltung in unserem gesamten Werk auf ein höheres Niveau gebracht. Dank der Beratung und der richtigen Schmierstoffe konnten wir vermeiden, eine unserer Längsteilanlagen jeden Monat für Demontage und Reinigung stilllegen zu müssen. Mittlerweile haben wir das Intervall auf sieben Monate verlängert, den Schmierstoffverbrauch um fast 90 % reduziert und unsere Qualität besser unter Kontrolle.“
Die Anwendung: hohe Belastungen, niedrige Geschwindigkeiten
Die Längsteilanlagen von EMS verarbeiten sogenannte Master Coils aus Elektroband mit einem Gewicht von rund 9.000 kg. Der Aufwickler wickelt das geschnittene Stahlband unter dauerhaft hoher Belastung und bei niedriger Umfangsgeschwindigkeit wieder auf.
Bei jedem Zyklus muss sich der Kamm-Keil-Mechanismus im Inneren der Aufwicklerwelle mit einer Präzision im Submillimeterbereich bewegen.
Die Kombination aus hohem Kontaktdruck und niedriger Geschwindigkeit versetzt den Schmierstoff in den Bereich der Grenzreibung. Das ist jener Bereich der Stribeck-Kurve, in dem der Schmierfilm am dünnsten ist und am ehesten zwischen den Kontaktflächen verdrängt werden kann.
Genau in diesem Schmierzustand beginnen in der Praxis viele Schmierungsprobleme.
Verschleißanalyse: Warum Grenzreibung einen speziellen Schmierstoff erfordert
Anwendungen mit hohen Flächenpressungen und niedrigen Geschwindigkeiten, wie beim Kamm-Keil-Mechanismus in der Aufwicklerwelle, stellen hohe Anforderungen an den Schmierstoff.
Ein herkömmliches Mehrzweck-EP-Fett ist in diesem Bereich nicht ausreichend, da ihm ein entscheidender Wirkmechanismus fehlt: eine dauerhaft zuverlässige Haftung an der Oberfläche.
Typischer Verschleißverlauf bei fehlender Oberflächenhaftung:
Metallpartikel von den gleitenden Kamm- und Keilflächen gelangen in das Fett
Das Fett haftet nicht ausreichend an der Metalloberfläche und hält die Partikel in Schwebe
Mit der Zeit entsteht durch die zunehmende Partikelkonzentration eine abrasive Paste
Diese Paste beschleunigt den Verschleiß der Gleitflächen
Der zunehmende Verschleiß führt dazu, dass die Aufwicklerwelle an Präzision verliert
Fressspuren im Wellenraum, in dem sich Kamm und Keil bewegen.
Bei der jährlichen großen Wartungsabschaltung wurde im Aufwickler schwarzes Fett festgestellt, zunächst jedoch ohne weitere Maßnahmen. Als später Funktionsprobleme an den beweglichen Komponenten auftraten, erkannte Interflon das schwarze Fett als Hinweis auf schmierstoffbedingten Verschleiß. Um das Ausmaß des Problems zu bestimmen, wurde ein Pilotversuch gestartet. Dabei wurde der Mechanismus zunächst monatlich demontiert und gereinigt und das Fett ersetzt. Damit stand ein Wartungsintervall von einem Monat als Ausgangsbasis zur Verfügung.
Die Lösung: MicPol®-Technologie im Bereich der Grenzreibung
Interflon Grease LS2 ist ein hochkohäsives EP-Fett mit MicPol®-Technologie. Es wurde speziell für Anwendungen mit hohen Flächenpressungen und niedrigen Geschwindigkeiten entwickelt. Die mikronisierten Partikel der MicPol®-Technologie glätten mikroskopisch kleine Oberflächenunebenheiten, während polarisierte Partikel an der Metalloberfläche haften. Dadurch entsteht eine haftende Schutzbarriere, deren Wirkung nicht ausschließlich von der Dicke des Schmierfilms abhängt. Selbst unter dem hohen Kontaktdruck eines neun Tonnen schweren Stahlcoils bleibt diese oberflächengebundene Schicht erhalten. Auch eine Verunreinigung mit Metallpartikeln beeinträchtigt den Haftmechanismus nicht.
Der Schmierfilm bleibt bestehen, der Verschleiß wird reduziert und der Schmierstoff behält seine Schutzwirkung über einen Zeitraum von bis zu sieben Monaten.
Links: Wettbewerbsprodukt – schwarze Verunreinigung durch Verschleißpartikel Rechts: Interflon Grease LS2 – der Schmierfilm ist bei der Kontrolle weiterhin deutlich spürbar
Eigenschaft
Interflon Grease LS2 mit MicPol®-Technologie
Oberflächenhaftung
Haftet mithilfe der MicPol®-Technologie an der Metalloberfläche
Verhalten unter hohem Druck
Der Schmierfilm bleibt durch die Oberflächenbindung auch unter hoher Belastung erhalten
Verhalten bei Verunreinigung
Metallpartikel werden abgestoßen und die Bildung einer abrasiven Paste wird verhindert
Zustand nach einem Monat
Kohäsiv, der Schmierfilm ist weiterhin vollständig vorhanden und bei der Kontrolle spürbar
Wartungsintervall
Sieben Monate, ermittelt nach einem Pilotversuch mit einem Ausgangsintervall von einem Monat
Vom Pilotversuch zu Lubrication as a Service im gesamten Werk
Nach dem erfolgreichen Pilotversuch wurde Interflon beauftragt, ein umfassendes Schmierstoff-Audit im EMS-Werk durchzuführen.
Alle Schmierstellen an den fünf Längsteilanlagen und den zugehörigen Anlagenkomponenten wurden dokumentiert. Auf Basis der tatsächlichen Betriebsbedingungen wurden jeder Schmierstelle das passende Produkt, das geeignete Intervall und die richtige Auftragsmenge zugeordnet.
Euro-Mit Staal führt die Schmierarbeiten weiterhin selbst durch. Interflon stellt den Schmierplan, die passenden Schmierstoffe und die digitale Absicherung über ILAC® zur Verfügung.
Das System plant jede Schmieraufgabe automatisch zum richtigen Zeitpunkt, dokumentiert jede Maßnahme digital und ermöglicht den Export einer vollständigen Historie für Qualitätsprüfungen und Audits.
Bestimmt Ihr Schmierstoff Ihr Wartungsintervall?
Bei EMS führte ein Schmierstoff-Audit innerhalb von weniger als 18 Monaten zu einem vollständig dokumentierten Schmierprogramm für fünf Produktionslinien.
Interflon kann dieselbe Analyse auch an Ihrem Standort durchführen.